Ab ins Manöver

Veröffentlicht von hmichel777 am

Am letzten Wochenende habe ich meinen Eltern ein Geschenk eingelöst. Gemeinsam sind wir am Freitag Richtung Bergen und Munster aufgebrochen. Dort hat mein Vater in den 1970er und 1980er Jahren den einen oder anderen Winter im Zelt und auf Lehrgängen zugebracht und für die Abschreckung gedient.

Das Wochenende begann allerdings holprig, da uns das Hotel, welches ich in Bergen-Sülze ausgewählt hatte, zwei Tage zuvor meine Buchung storniert hat. Sowas hatte ich bis dahin auch noch nicht erlebt. Einen Ersatz hatte man natürlich auch gleich angeboten, der zumindest nach den Fotos im Internet in keiner Weise gleichwertig aussah. Das ganze roch ein wenig nach einer Masche: mit dem schönen Hotel Buchungen sammeln, um die Leute anschließend in der Bruchbude unterzubringen. Da die Heide im August zwei Tage im Voraus quasi ausgebucht ist, sind wir in ein Hotel in Celle ausgewichen, was sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellte. Das Hotel hielt zwar nicht, was die Bilder versprachen, aber viel Auswahl hatten wir ja nicht mehr. Dafür hat uns die historische Innenstadt von Celle wirklich gut gefallen und begeistert. In Sülze wäre Abends wohl Langeweile angesagt gewesen.

Den Freitagnachmittag verbrachten wir in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, wo durch den Naziterror mehr als 50.000 Menschen ihr Leben unter grausamsten Bedingungen verloren.

Ein Besuch sollte für alle Wut- und Hutbürger Pflicht sein. Dort kann man mal ganz tief sacken lassen, wohin es führt, wenn man mit dem ausgestreckten rechten Arm den Schreihälsen hinterherläuft.

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Samstag sind wir nach Walsrode gefahren, um den Weltvogelpark zu besuchen. Auf dem Weg von Celle nach Walsrode kamen wir durch Wietze, wo ich zwei Earthcaches aufsuchen wollte. Natürlich hatte ich mir vorher überhaupt nicht angeschaut, was das Thema der Caches war und war überrascht, dass es sich um Erdöl handelte und an einem der beiden Earthcaches ein Museum zum Thema Erdöl stand. So hatten wir gleich einen neuen Programmpunkt für den Nachmittag.

Der große Vogelfreund bin ich ja nicht, Geflügel mag ich sonst eher langsam drehend überm Grill. Der Park ist aber wirklich toll gestaltet und man bekommt allerhand Gefieder zu sehen, welches in unseren Breiten nicht vorkommt. Das macht den Park wirklich sehens- und empfehlenswert!

 

Mit dem Wetter hatten wir Glück, es regnete immer dann, wenn wir gerade im Papageienhaus, im Jungel-Trail oder in der Uhu-Burg waren. Bei vielen Gehegen hat man die Möglichkeit, die Vögel ohne störende Gitter zu sehen und Füttern war bei einigen Tieren auch gestattet. Für Kinder gibt es Spielplätze und im ganzen Park reichlich Möglichkeiten, sich mit Essen und Trinken zu versorgen. Die Flugshow begann zunächst, wie viele andere: Greifvögel fliegen den Zuschauern direkt über die Köpfe. Das ist an sich schon beeindruckend. Spektakulär war aber der Abschluss: Kraniche flogen von links und rechts eine Formation, in der Mitte bunte Papageien und alle kehrten zurück – das Publikum war begeistert.

Für den Weltvogelpark gibt es von mir eine klare Besuchsempfehlung, ebenso wie für das Erdölmuseum in Wietze, welches wir ja dann kurzfristig ins Programm genommen hatten.

Auf dem Weg dorthin sind wir (wieder) am Truppenübungsplatz Bergen entlanggefahren, um beim „Kleinen Onkel Nickel“ in Ostenholz einen Imbiss einzunehmen.

Die Gaststätte „Onkel Nickel“ war in den 1970er und 80er Jahren ein bekanntes Lokal am Rande des Übungsplatzes und wurde stark von Soldaten frequentiert. Die Tochter des Wirts hat die ehemalige Tankstelle des Dorfes erworben und betreibt heute dort das Lokal in verkleinerter Form. Eigentlich wollten wir auch gerne die Sieben Steinhäuser besuchen. Der Platz ist aber gesperrt, da die Bundeswehr zur Zeit kein Personal zur Kampfmittelräumung hat.

      

In Wietze wurde 1858/59 die erste Erdölbohrung in Deutschland niedergebracht und überhaupt war Wietze eine der ersten Erdölförderstätten in Mitteleuropa.

Das Museum zeigt zahlreiche Exponate zur Erdölsuche, Erdölgewinnung und dem Transport. Im Außenbereich sind Anlagen. Geräte und Fahrzeuge vom 19. Jahrhundert bis in die Neuzeit ausgestellt.  Besonders beeindruckend ist unter anderem, mit welch einfachen Mitteln im 19. Jahrhundert mit der Erdölgewinnung begonnen wurde: die ersten Rohre, die noch vom Dorfschmied hergestellt wurden… heute unvorstellbar, schon deshalb, weil es gar keine Dorfschmiede mehr gibt 😀 Ein wirklich interessanter Themenkomplex.

Der Abschluss sollte am Sonntagvormittag der Besuch im Panzermuseum in Munster sein. Schon oft hatte ich die Hinweistafeln an der Autobahn gesehen, jetzt gab es die Gelegenheit für einen Besuch.

Beginnend mit den ersten gepanzerten Fahrzeugen des ersten Weltkrieges bis zum neuesten Schützenpanzer der Bundeswehr sind Panzer, LKW, Motorräder, Geländewagen, Halbkettenfahrzeuge, Uniformen, Stahlhelme und Handwaffen über mehrere Hallen verteilt zu sehen. Neben Fahrzeugen der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr sind auch sowjetische Modelle, Fahrzeuge der ehem. Nationalen Volksarmee, der Amerikaner und Briten ausgestellt. Auch ein israelischer und schwedischer Panzer sind dabei. Alle gezeigten Fahrzeuge sind augenscheinlich in einem Top-Zustand. Viele Fahrzeuge sind auch noch fahrbereit.

Die Faszination, die so einen Panzer umgibt, kann man vermutlich nur verstehen, wenn man selbst mal drin gesessen hat und mitgefahren ist 😉 Mich hat die Ausstellung jedenfalls begeistert, meine Mutter ist eher nur „mitgelaufen“ 😁

Nach dem Panzermuseum sind wir mitten auf den Truppenübungsplatz Munster zum Hindenburg-Bunker gefahren. Die erste Belegung des damaligen Barackenlagers Munster-Süd durch das 91. Oldenburgische Infantrieregiment erfolgte 1893 unter dem Kommandanten Oberst von Hindenburg, dem späteren Reichspräsidenten. Dies markiert den Anfang der Militärgeschichte Munsters und dürfte der Grund für den Namen dieses Bunkers sein, der vermutlich zu Beginn der 1930er Jahre errichtet wurde. Er diente zur Zielfeldbeobachtung und trägt heute eine Aussichtsplattform. Den Bunker erreicht man nur außerhalb der Schießzeiten.

Der Ausblick auf die Heide ist toll, allerdings ist derzeit alles eingetrocknet. Einige Flächen sehen aus, als hätte es gebrannt. Nach einem Mittagessen in der Fußgängerzone von Munster ging es wieder auf die A7 Richtung Heimat.

19 Caches, davon 4 Earthcaches, 1 Multi, 1 Virtual


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