Galaksija #2
Wie versprochen gibt es jetzt die Fortsetzung zu meinem Galaksija-Baubericht.
Kurze Zeit nach dem Erscheinen der Zeitschrift mit der Bauanleitung für den Galaksija Computer wurde das Konzept erweitert und es erschien 1985 die Galaksija Plus Version. Es gab jetzt einen 256×208 Grafikmodus (immernoch monochrom), 3 stimmigen Sound, basierend auf dem Soundgenerator von General Instruments AY-3-8910 und 48 kb RAM.
Entwickelt wurde er von Nenad Dunjić und die Software von Milan Tičić. Die ursprüngliche Version sollte verbessert werden und gleichzeitig sollte alles so einfach und preiswert bleiben, dass es weiterhin von jedem nachgebaut werden konnte.
Während der Fehlersuche bei meinem ersten Bauversuch bin ich auf die Homepage von Wolfgang Hardwardt gestoßen, der einen Galaksija Plus nachgebaut und die Platine mit eigenen Ideen erweitert hatte. Ich hatte ihn kontaktiert, in der Hoffnung, dass er mir bei meinen Problemen etwas helfen könne. Leider ist Wolfgang erkrankt und konnte mir nicht mehr unmittelbar helfen. Er bot mir seine Prototypenplatinen an, die noch nicht bestückt waren. Ich nahm die Gelegenheit wahr, konnte aber leider diese Geräte letztendlich auch nicht funktionsfähig in Betrieb nehmen.


Seine Platine basierte auf einer Variante von Fifan/PVV. Das Projekt ist auf Github dokumentiert, incl. der Gerber-Dateien für die Produktion der Platinen. Da Wolfgang das Platinenlayout angepasst hatte, seine Version so aber nicht auf anhieb lief, habe ich ein zweites Mal Platinen in China mit dem Layout von Fifan/PVV fertigen lassen und zusammengebaut.
Diese Variante lief auf Anhieb. Ich konnte jetzt sogar etwas Schweiß in eigene kleinere Anpassungen stecken. Deshalb geht mein Dank an dieser Stelle an Wolfgang. Ohne seine Prototypen, gerade auch weil ich sie nicht zum Laufen brachte, hätte ich keine Platinen in China bestellt.
Außerdem habe ich eine kleine PS2-Tastatur-Erweiterung und eine Sound-Platine gebaut (die aber bei mir aus nicht nachvollziehbaren Gründen noch nicht läuft, evtl. ist der Soundchip einfach kaputt). Diesmal hatte ich das Gehäuse nicht selbst gebaut, sondern ein fertiges aus einem Online-Kaufhaus benutzt.



Als sich im Jahr 2024 die Erstveröffentlichung von “Računari u vašoj kući” zum vierzigsten Mal jährte, hatte ich das dazu erschienene Sonderheft bereits bei der Ankündigung vorbestellt. Als ich meinen ersten Galaksija-Beitrag schrieb, ging ich noch davon aus, dass mein Heft verschollen ging. Ich hatte inzwischen erneut Kontakt mit dem Verlag und siehe da: Das Heft war als “unzustellbar” nach Serbien zurückgegangen und der Rückweg dauerte ca. 1 Jahr. Eine freundlichen Verlagsmitarbeiterin hat sich die Mühe gemacht und mir das Heft nocheinmal zugesandt – es ist jetzt nach 1,5 Jahren eingetroffen. Mein Gruß geht an alle serbischen Zöllner.

Das linke Heft ist das Sonderheft mit der Bauanleitung für die 2024-Variante. Das rechte Heft ist ein Nachdruck des Original-Heftes von 1984.
Die Bauanleitung für die 2024er-Version kam für mich zu spät, da ich mein Gerät ja bereits fertiggestellt hatte.


Die Lötarbeiten gingen inzwischen locker von der Hand und so war die Platine schon nach einem Wochenende bestückt. Technisch gab es neben der “Miniaturisierung” vor allem Anpassungen bei den ICs. Einige inzwischen schwer erhältliche Modelle wurden durch moderene Varianten ersetzt. Die Bildsynchronisation ist jetzt besser auf 50 Hz angepasst, so dass die Videoquelle ein stabileres Bild liefert und von modernen TFTs erkannt wird. In der alten Version lag das Signal geringfügig daneben, was an modernen Bildschirmen zu problemen führte. Das Tastaturlayout entspricht etwas besser heutigen Standards, so dass man passende Tastenkappen leichter findet. Das Gerät hat einen seriellen (TTL)-Anschluss für die Übertragung von Software über einen PC. Außerdem ist auf dem neuen Gerät ein 512kb Eprom als Massenspeichermedium verbaut.
Nach der Fertigstellung wollte ich natürlich Daten übertragen. Ich hatte unter den im Internet zur Verfügung stehenden Informationen nicht erkennen können, dass es sich um einen TTL-Anschluss handelt und bin von einem normalen seriellen Anschluss ausgegangen. Mit meinen sämtlichen vorhandenen und selbstgebauten USB/Seriell-Adaptern bin ich aber gescheitert. Bis ich irgendwann Dejan Ristanović angemailt hatte und um Hilfe suchte. Er leitete meine Mail direkt an Voja Antonić weiter, der nach einigem Hin- und Her meinen Fehler erkannte und mir auf die Sprünge half. Für TTL/USB braucht es nur einen kleinen Adapter vom Chinamann, wovon ich sogar noch einen im Keller hatte. Von da an lief alles.
Das Gehäuse hat mir Peter vom Marburger Stammtisch gedruckt, weil mein Drucker zu klein dafür ist.
Von einer kroatischen Kleinanzeigenseite habe ich mir inzwischen auch das Galaksija-Heft Nr. 138 aus dem Oktober 1983 gekauft. In diesem Heft wurde die Idee für den Galaksija Computer vorgestellt und das Sonderheft aus dem Januar 1984 angekündigt, welches ich ebenfalls auf der Kleinanzeigenseite gefunden und gekauft habe (Finden ist leicht, Verkäufer zu finden, die nach Deutschland versenden wollen, ist schwieriger).




Der kleine Computer bringt mir inzwischen viel Spaß. Wenn alles gut läuft, werde ich im kommenden Jahr auf der VCFe Hünfeld einen kleinen Stand aufbauen und meine Bauwerke präsentieren.
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